WLAN

WLAN – mit diesem Kürzel wird in englischsprachigen Ländern ein lokales Funknetzwerk – wireless local area network - bezeichnet. In Deutschland bezeichnet man damit in aller Regel die Nahfunk-Technik, mit der diese lokalen Computer-Funknetze sich untereinander verständigen.

Die Nahfunktechnik WLAN wurde vereinheitlicht, damit - vereinfacht gesagt - jeder WLAN-Router zu jedem PC oder Laptop problemlos Kontakt aufnehmen kann. Diese Standardisierung und die Anpassung des Standards an die technische Entwicklung führt das Institute of Electrical and Electronics Engineers (kurz IEEE) durch, ein in New York ansässiger weltweiter Verband von Ingenieuren aus den Fächern Elektrotechnik und Informatik. Die Standards, die der Verband erlässt, werden durchnummeriert, die Nahfunktechnik WLAN hat die Bezeichnung IEEE 802.11.

In den englischsprachigen Ländern heißt die Technik übrigens Wifi – das Wort findet man ab und an in einigen Gebrauchsanweisungen oder Datenblättern, die nur unvollständig beziehungsweise fehlerhaft aus dem englischen ins Deutsche übersetzt wurden. Dort meint es dann meistens WLAN.

Die technischen Kürzel und ihre Bedeutung

Es gibt mehrere WLAN-Standards, sie unterscheiden sich in der Bezeichnung durch den Buchstaben, der auf die Zahlen folgt.

802.11 war der ursprüngliche Standard, der 1997 in Kraft trat, er hat keinen Buchstaben hinter den Zahlen. Dieser Standard sah eine Datenübertragungs-Geschwindigkeit zwischen den Geräten von 1 oder 2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) vor und nutzte dafür die Funkfrequenz von 2,400 bis 2,485 Gigahertz (GHz). Der Standard 802.11 ist heute veraltet und wird kaum mehr genutzt.

Aktuell in Gebrauch sind heute 802.11b mit einer Übertragungsgeschwindigkeit der Daten von 11 Mbit/s, ebenfalls auf den Funk-Wellenlängen 2,400 bis 2,4835 Gigahertz, der seit 1999 in Kraft ist. Dazu kommt der seit 2003 gültige 802.11g mit 54 Mbit/s auf der Frequenz 2,400 bis 2,4835 GHz und der neueste seit 2009 gültige 802.11n mit 600 Mbit/s auf der Frequenz 2,400 bis 2,4835 GHz, er kann auch 5 GHz als zusätzliches Band nutzen. Die neuen WLAN-fähigen Geräte verwenden überwiegend diese Variante der Nahfunk-Technik.

WLAN am heimischen PC

WLAN begegnet uns in der alltäglichen Praxis, wenn es gilt die Daten, die aus dem Internet kommen, drahtlos an unseren PC oder Laptop zu übertragen. Wenn zuhause ein DSL-Anschluss genutzt wird, kommen die Daten zunächst über die Telefonleitung und werden von der Telefondose über ein Kabel auf den WLAN-Router geleitet. Der WLAN-Router schickt sie dann per Funk weiter an die PCs oder Laptops in diesem Haushalt.

Im Alltag stellt sich immer wieder die Frage, wie weit WLAN reicht – also wie groß die Entfernung zwischen einem WLAN-Router und einem PC sein kann. Hier einige von der Uni Konstanz angegebene, grobe Richtwerte für einen normalen WLAN-fähigen Rechner ohne externe Zusatzantennen: Auf der grünen Wiese 300 Meter. In offenen Räumen oder verglasten Gebäuden etwa 100 Meter, in Büros mit dünnen Wänden - kein Beton – 40 Meter. In Räumen mit Stahlbeton ist an der Wand Schluss – aber es kann etwas durch die Tür gehen, insbesondere wenn Sichtkontakt zwischen den Geräten besteht – also dem PC und dem Router.

Andererseits sollte man keine Wunder erwarten – mit zunehmender Entfernung nimmt die Geschwindigkeit des Anschlusses deutlich ab. Auch metallbedampftes Energiesparglas kann den Empfang – selbst bei Sichtkontakt – stark verschlechtern oder ganz unterbrechen. Generell ist jede Art von Metall zwischen Router und PC schlecht. Auch Mikrowellen-Herde oder IT-Geräte, welche die Bluetooth-Technik nutzen sollte man nicht in der Nähe des Routers oder PC laufen lassen.

WLAN an Hotspots

WLAN als Hotspot – beispielsweise in einem Café, einem Restaurant oder einem Hotel - funktioniert genauso wie ihr WLAN-Anschluss zu Hause: Es gibt einen Router, der per Kabel ans schnelle Internet angeschlossen ist. Wenn Sie die Zugangsdaten haben, können Sie mit dem Router von ihrem Laptop aus Verbindung aufnehmen, er liefert dann per Nahfunk die Daten aus dem Internet, beziehungsweise sendet Ihre Daten übers Internet.

WLAN als Richtfunk

WLAN ist eine typische Nahfunktechnik. Sie kann aber auch zur Datenübertragung über weitere Strecken genutzt werden – wenn Sender und Empfänger mit leistungsstarken Antennen ausgerüstet werden. In diesem Fall spricht man von Richtfunk.

Damit kann man Haushalte versorgen, die weit abgelegen liegen und keinen schnellen Internet-Anschluss per Kabel haben. Dabei werden die Daten bis zu 20 Kilometer mit einem Tempo von bis zu 100 Mbit/s an eine Relais-Station übertragen. Von der Relaisstation werden dann die Daten an bis zu mehrere hundert Meter entfernte Haushalte weitergeleitet – alles drahtlos und per Funk. Allerdings teilen sich die Haushalte die Gesamtgeschwindigkeit einer Relaisstation.

Es gibt in Deutschland einige Spezialanbieter, die solche Verbindungen aufbauen – beispielsweise für komplette Ortschaften oder Gemeinden. Das ist die professionelle Variante. Technikbegeisterte Waghälse haben sich die entsprechende Antennenausrüstung schon selbst gebastelt und von einem normalen DSL-Hausanschluss über einen Kilometer Entfernung eine Übertragungsrate von 2 Mbit/s zuwege gebracht.