Mit GPS und A-GPS weiß das Smartphone, wo es ist

Hat ihr Handy oder Smartphone GPS an Bord, weiß es jederzeit, an welchem Punkt der Erde es ist. GPS steht für den englischen Ausdruck Global Positioning System. Es funktioniert grob gesagt so: Rund um die Erde kreisen Satelliten. Mit diesen nimmt das Gerät Funkkontakt auf. Hat es mit vier Satelliten Kontakt, kann es anhand der unterschiedlichen Laufzeiten der Funksignale den eigenen Standort berechnen.

Eine für Mobiltelefone optimierte Variante ist A-GPS. A-GPS nutzt die Daten zur Positionsbestimmung eines Smartphones, die der Mobilfunkbetreiber ohnehin schon hat: Er weiß immer, im Bereich von welchem Sendemast Sie sich gerade mit Ihrem Handy oder Smartphone aufhalten – so lange das Gerät eingeschaltet ist. Damit hat er schon einmal einen groben Anhaltspunkt, wo Sie sind. A-GPS nun misst die Laufzeiten des Funksignals zu insgesamt drei Mobilfunkmasten, die in der Nähe sind und errechnet daraus Ihren Standort. Seit 2009 haben alle GPS-fähigen Handys auch A-GPS an Bord.

So funktioniert es in der Praxis

Mit den GPS-Systemen an Bord errechnet das Handy also immer, wo Sie gerade sind. Das funktioniert in der Regel schnell und präzise. Manchmal kann es freilich auch etwas länger dauern: Wenn Sie ihr Gerät über einen längeren Zeitraum eingeschaltet haben, braucht das Handy etwas Zeit für die Neuberechnung des Standorts. Etwas langsamer kann es auch gehen in Gebäuden, bei Fahrten durch Tunnel oder durch enge Häuserschluchten, in denen der Funkkontakt zu Satelliten nicht oder nur mit Unterbrechungen aufgenommen werden kann.

GPS macht es möglich: Hilfe, Information, Unterhaltung,

GPS stellt durch die Ortsbestimmung des Mobiltelefons eine Fülle von Diensten bereit. Die Navigation per Smartphone – sei es für Autofahrer, Radfahrer oder Fußhänger – ist die derzeit bekannteste Funktion. Doch es gibt noch zahlreiche andere: So kann man beispielsweise Kinder oder Senioren, die sich verirrt haben problemlos orten und auffinden lassen, einen entsprechenden Service der Überwachung und Lokalisierung bieten einige Dienstleister an.

Andere nutzen GPS zu Unterhaltung und Information. Da gibt es beispielsweise die App „Mister X Mobile“ http://www.stern.de/digital/telefon/handygame-mister-x-mobile-vom-spielbrett-auf-die-strassen-1517609.html, dem Brettspielklassiker Scotland Yard nachempfunden – und mit GPS vom Spielbrett in die reale Welt übertragen. Mit Wikitude http://www.wikitude.org/de/ kann man mit der Handykamera die Umgebung erfassen und erhält in das Bild der Kamera Zusatzinformationen eingeblendet – beispielsweise einen Artikel aus der Enzyklopädie Wikipedia über die Kirche, vor der Sie gerade stehen. Für Autofahrer ist die App Staumobil gedacht, die über Staus in der Nähe informiert. Sternenfreunde werden sich an der Google Sky Map erfreuen – die zeigt den Sternenhimmel an Ihrem Standort und lässt Sie Sternbilder und Planeten entdecken.

Was die Daten über Sie verraten könnten

GPS könnte allerdings auch vieles über Sie verraten, was Sie womöglich nicht preisgeben möchten. Denn wertet man die Daten Ihres GPS-Mobiltelefons aus, kann man ein sogenanntes Bewegungsprofil erstellen – wer sich Zugang zu den geschützten Daten verschaffen kann, der weiß, wann und wo Sie sich wie lange aufgehalten haben - so lange Ihr Handy eingeschaltet ist. Diese Daten sind normalerweise geschützt und der Allgemeinheit nicht zugänglich.

Wie so ein Bewegungsprofil aussehen kann, hat die Wochenzeitung „Zeit“ anhand der Handydaten des grünen Politikers Malte Spitz eindrucksvoll für den Zeitraum August 2009 bis Februar 2010 demonstriert http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2011-02/vorratsdaten-malte-spitz: Das zeigt, „wann Malte Spitz durch Straßen läuft, wann er Bahn fährt, wann er fliegt. Es zeigt, in welchen Städten und an welchen Orten er sich aufhält, es zeigt, in welchem Biergarten er gerne sitzt“, so resümiert das Blatt. Anhand dieser Daten kann man also einen kompletten Lebensabschnitt rekonstruieren.