GPRS: Der Paketdienst im mobilen Datenfunk

General Packet Radio Service (GPRS) (deutsch: „Allgemeine Funkdienste in Paketform“) ist eine Technologie für die mobile Datenkommunikation per Funk, sie wurde für GSM-Netze der zweiten Mobilfunkgeneration entwickelt.

Dabei werden die Daten nicht als große, vollständige Dateien übertragen, sondern in kleinere Dateien, die sogenannten Pakete zerlegt, die getrennt auf mehreren Kanälen übertragen werden. Dadurch werden die zur Verfügung stehenden Funkkanäle besser  ausgelastet, da nicht für jeden Teilnehmer ein eigener Verbindungskanal dauerhaft bereitgehalten werden muss. Beim Empfänger werden diese Einzeldateien dann wieder zur ursprünglichen Großdatei zusammengesetzt.

GPRS für GSM-Netze

GPRS wird in GSM-Netzen eingesetzt, es wurde entwickelt für die  mobile Datenkommunikation. Mit GPRS kann man größere Dateien wie Fotos, Grafiken, Musikstücke oder lange Texte senden, denn es stellt höhere Datenraten für mobile Endgeräte zur Verfügung – das heißt die Daten werden schneller übertragen. GPRS ermöglicht eine Abrechung nach Datenvolumen und nicht nach der Dauer der Verbindung. Theoretisch sind Datenübertragungs-Geschwindigkeiten von bis zu 171 Kilobit pro Sekunde denkbar, in der Praxis kommt man im Schnitt auf 40 Kilobit pro Sekunde. Die erreichte Übertragungsgeschwindigkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab wie beispielsweise der Übertragungskapazität des Funknetzes oder der Anzahl der gerade aktiven Nutzer

GPRS-Technik: Ein Pausenfüller

Nutzt man eine einfache GSM-Verbindung ohne GPRS, wird für jede Dienstleistung – wie beispielsweise ein Telefongespräch oder eine Internet-Verbindung - ein eigener Funkkanal zu Verfügung gestellt. Diesen Funkkanal hat er Nutzer ganz alleine für sich. Diese Funkkanäle werden in der Zeit, in der sie von einem Nutzer belegt sind oft nicht genutzt – beispielsweise weil der Nutzer eine Gesprächspause einlegt oder weil er die heruntergeladene Webseite betrachtet. Das führt beim einfachen Telefonieren zu einer durchschnittlichen Auslastung der Funkkanäle von 40 Prozent, bei einer Mobilfunk-Verbindung zum Internet ist diese Auslastung noch geringer.

GPRS nutzt einfach gesagt diese Übertragungspausen für andere Teilnehmer – diese können nun mit Hilfe von GPRS die Pausen im Kanal füllen. Damit auf dem betreffenden Funkkanal nun kein Durcheinander herrscht, werden die Daten in kleine Pakete zerlegt. Jedes Paket wird mit Angaben versehen über den Absender, die sogenannte Quelladresse und  den Empfänger, die so genannte Zieladresse, außerdem werden die Pakete durchnumeriert, damit sie beim Empfänger in der richtigen Reihenfolge geöffnet und zusammengesetzt werden. Damit ist es möglich, vorhandene Frequenzen besser zu nutzen und eine größere Anzahl von Kunden über ein GSM-Netz zu bedienen.

Der Standard

GPRS ist ein verbindlicher Standard, der ursprünglich vom Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (englisch: European Telecommunications Standards Institute, Abkürzung; ETSI) definiert wurde. Heute werden die GPRS-Normen vom 3rd Generation Partnership Project (deutsch: Partnerprojekt 3. Generation, Kürzel: 3GPP) festgelegt, einem weltweiten Zusammenschluss von Institutionen für die Standardisierung im Mobilfunk

Nach Angaben von 3GPP können Nutzer von GPRS in GSM-Netzen in der Regel mit  einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von 40 Kilobit pro Sekunde beim Empfangen von Daten (dem so genannten Downlink) und 14 Kilobit pro Sekunde beim Senden von Daten (dem sogenannten Uplink) rechnen..

Geschichte

Reine GSM-Netze sind sehr gut für Sprachtelefonie, man kann darin aber nur in begrenztem Umfang Daten übertragen. Im Jahre 1998 wurde der GPRS-Standard verbindlich festgelegt. Mit der Einführung von GPRS ab dem Jahr 2000 beginnt daher auch die Geschichte des mobilen Internet, da so annehmbare Übertragungsgeschwindigkeiten für eine mobile Nutzung des weltweiten Informationsnetzes zur Verfügung gestellt wurden. Allerdings ist diese Technik heute bei weitem nicht mehr die Beste: Die Latenzzeit – also die Reaktionszeit des Netzes – ist bei reinen GPRS-Verbindungen sehr hoch und kann schon einmal bis zu einer Sekunde betragen.

GPRS wurde im August 2000 erstmals von der Mobilkom in Österreich eingesetzt. In der Schweiz bot als erstes Sunrise die GPRS-Technologie an und zwar seit Dezember 2000 Orange folgte 2001, Swisscom Mobile erst im Februar 2002. In Deutschland nahm im Januar 2001 Viag Interkom (heute o2) als erster Netzbetreiber ein GPRS-Netz in Betrieb, im Februar folgte T-Mobile.