Ratgeber: Handy- und Smartphone-Tarife

Sie suchen einen Tarif für Ihr Handy oder Smartphone und finden sich im Dschungel der Marken und Angebote nicht zurecht?

Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich einen Überblick verschaffen können.  

Für die schier unübersehbare Fülle von Tarifen für Handy oder Smartphone gibt es zwei große Kategorien. Da gibt es erstens die Tarife, bei denen man einen Vertrag mit einer Mindestlaufzeit eingeht. Und es gibt zweitens die Tarife, bei denen man im Voraus für die Leistung des Mobilfunkbetreibers bezahlt und diese dann nutzt – solche Tarife finden Sie unter der Bezeichnung „Prepaid“.

Innerhalb dieser zwei Tarifarten gibt es wiederum jeweils zwei Tarifmodelle: Da sind erstens die Tarife, mit denen Sie nur telefonieren und zweitens die Tarife, mit denen Sie telefonieren und surfen.  

So finden Sie das passende Vertragsmodell

Welche Tarifart passt nun am besten zu Ihnen? Als Faustregel gilt: Wenn Sie regelmäßig und oft telefonieren beziehungsweise telefonieren, simsen und mit dem Handy oder Smartphone im Internet surfen, dann passt wohl eher ein Laufzeitvertrag. Wenn Sie dagegen das Handy und Smartphone vor allem haben, um unterwegs erreichbar zu sein und eher selten irgendwo anrufen - dann sind Sie womöglich eher der Typ für einen Prepaid-Vertrag.

Bei einem Laufzeitvertrag zahlt man zunächst eine feste Gebühr für eine genau umschriebene Leistung. Der Haken dabei ist: Nimmt man mehr an Leistung in Anspruch, wird es teurer. Ein Beispiel: Ein Tarif bietet Ihnen gegen eine bestimmte Grundgebühr 30 Minuten kostenloses Telefonieren in alle Netze. Am Wochenende können Sie kostenlos ins deutsche Festnetz und ins Netz ihres Tarifanbieters telefonieren. Solche Angebote für kostenloses Telefonieren, die man mit der Grundgebühr bezahlt, nennt man Flatrates, in unserem Beispiel wäre es eine Wochenend-Flatrate. Umgekehrt heißt das aber: Wenn Sie an Werktagen pro Monat mehr als dreißig Minuten telefonieren zahlen Sie für jede einzelne Minute extra. Wenn Sie am Wochenende endlos in andere Mobilfunknetze als das Ihres Tarifanbieters telefonieren, zahlen Sie ebenfalls extra.     

Anders ist es bei den so genannten Prepaid-Tarifen: Hier zahlen Sie nur das, was Sie verbrauchen, eine Grundgebühr wird nicht fällig. Sie zahlen es im Voraus auf ein Guthabenkonto. Der Vorteil dieser Tarifart: Sie zahlen nur, was Sie verbrauchen. Allerdings gibt es Anbieter, die eine geringe monatliche Verwaltungsgebühr berechnen, wenn Sie das Handy oder Smartphone über einen bestimmten Zeitraum gar nicht benutzen.

Der Nachteil: Wenn Sie viel telefonieren, simsen und surfen, zahlen Sie wahrscheinlich mehr als bei einem Laufzeitvertrag. Doch letzten Endes haben Sie die volle Kostenkontrolle.  

So finden Sie den richtigen Laufzeitvertrag oder Prepaid-Tarif

Laufzeitverträge bieten so gut wie immer sogenannte Flatrates an. Das kann zum Beispiel kostenloses unbeschränktes Telefonieren ins deutsche Festnetz oder in ein bestimmtes Mobilfunknetz sein oder unbeschränktes Simsen. Wenn Sie sich also für diese Vertragsart entscheiden, sollten Sie wissen: Wann telefoniere ich in welche Netze? Nur am Wochenende ins Festnetz? Oder die ganze Woche in alle Mobilfunknetze? Wie viele SMS verschicke ich? Wie oft surfe ich mit dem Handy im Netz? Haben Sie das festgestellt – im Zweifelsfall etwas Luft nach oben lassen – dann können Sie sich unter den verschiedenen Flatrate-Kombinationen die passende aussuchen.  

Etwas einfacher ist die Sache beim Prepaid. Wenn Sie nur telefonieren oder Simsen, dann nehmen Sie einfach das Angebot, das pro Sprachminute und SMS am wenigsten kostet. Wollen Sie auch noch mit dem Handy surfen, müssen Sie die Qualität des jeweiligen Mobilfunknetzes berücksichtigen – also wie gut es für schnelle Datenübertragung gerüstet ist.

Tarife fürs Telefonieren

Sowohl bei Laufzeitverträgen als auch bei Prepaid gibt es Tarife, die nur fürs Telefonieren und Simsen sind als auch Tarife, mit denen man telefonieren, simsen und im mobilen Internet surfen kann. Betrachten wir die zunächst die Tarife fürs Telefonieren.

Bei Prepaid-Tarifen zahlen Sie pro Minute und SMS. Manchmal gibt es einen Einheitspreis fürs Telefonieren pro Minute und pro SMS. Manchmal gibt es unterschiedliche Minutenpreise beim Telefonieren – einen für das Netz des Mobilfunkanbieters, einen für fremde Mobilfunknetze, einen dritten fürs Festnetz – und für die SMS. Wenn Sie einen Tarif nur fürs Telefonieren haben, können Sie auch damit meistens auch Surfen – es ist nur sehr ungünstig: In der Regel zahlen Sie einen bestimmten Preis für jede Minute im Internet oder pro festgelegter Datenmenge (das können zehn Kilobyte oder ein Megabyte sein).

Bei Laufzeitverträgen fürs Telefonieren gibt es oft einen Flatrate-Anteil – also ein Anteil, den Sie kostenlos nutzen können wie beispielsweise eine bestimmte Anzahl Freiminuten in alle Netze oder kostenloses Telefonieren ins Festnetz am Wochenende. Für den Rest müssen Sie zahlen.

Tarife fürs Surfen und Telefonieren

Bei Prepaid-Tarifen für Telefonieren und Surfen gibt es feste Preise pro Minute für verschiedene Arten von Telefongesprächen und feste Preise für die SMS. Dazu kommen die Datentarife: Meist gibt es eine bestimmte Datenmenge für einen Tag, die man mit einer festgelegten theoretischen Höchstgeschwindigkeit aus dem Netz laden kann. Wird diese Datenmenge überschritten, wird man auf ein sehr, sehr langsames Tempo von maximal 64 Kilobit pro Sekunde beim Herunterladen von Daten beschränkt. 

Bei Laufzeitverträgen fürs Telefonieren und Surfen werden die oben erwähnten Flatrates unterschiedlicher Art kombiniert mit einem Datenpaket. Das wird zwar meistens Flatrate genannt und suggeriert so unbegrenztes Surfen ohne Limit. Aber es ist nur eine bestimmte Datenmenge, die man in gutem Tempo aus dem Netz herunterladen kann. Wird diese Datenmenge erreicht, wird das Tempo jäh heruntergebremst auf meistens maximal 64 Kilobit pro Sekunde – wie User in einschlägigen Foren berichten, bricht dann die Verbindung oft völlig ab, weil die Internetseiten nicht schnell genug aufgebaut werden können.  

Autor: ET