HSPA+

HSPA+ ist eine Datenfunktechnik, die beim Herunterladen von Daten (Download) Geschwindigkeiten von mehr als 20 Megabit pro Sekunde ermöglicht und beim Senden von eigenen Daten ein Tempo von über 10 Mbit/s.

Dazu wird vom Mobilfunkmast aus gleichzeitig auf zwei Funkkanälen gesendet und – beispielsweise – vom Surfstick am Laptop auf zwei Funkkanälen empfangen. Surfsticks oder andere Funkmodems, die HSPA+ beherrschen, brauchen folglich mindestens zwei physikalisch voneinander getrennte Antennen.

Die Mehrfach-Antennen-Technik die bei HSPA+ eingesetzt wird, bezeichnet man mit dem Fachausdruck MIMO, das steht für Multiple Input Multiple Output. Das Kürzel HSPA+ selbst steht für den englischen Ausdruck High Speed Packet Access Plus, deutsch etwa Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung in Paketform Plus.

Die Standardisierung von HSPA+

Als Datenfunktechnik wird HSPA+ wie andere Datenfunktechniken auch international vereinheitlicht. Damit soll sichergestellt werden, dass HSPA+-fähige Geräte weltweit einheitlich funktionieren und eingesetzt werden können. Für diese Standardisierung ist bei HSPA+ das 3rd Generation Partnership Project, kurz 3GPP zuständig. Im 3GPP arbeiten die maßgeblichen Standardisierungsgremien aus Europa, Amerika und den USA zusammen, um weltweit einheitliche Regeln für den Gebrauch von Mobilfunktechniken der 3. Generation zu schaffen.

Die Regeln für HSPA+ werden in sogenannten Releases veröffentlicht, die Technik ist in Release 7 und Release 8 sowie Release 9 beschrieben. Nach Release 7 liegen die theoretischen Maximalgeschwindigkeiten bei 28 Mibit/s beim Download und 11 Mbit/s beim Upload. Release 8 definiert neue Zusatztechniken mit denen man auf 42 Mbit/s im Download und 11 Mbit/s im Upload kommt. Ab Release 9 liegt die Geschwindigkeit bei 84 Mbit/s im Download und 23 Mbit/s im Upload.

HSPA+ in der täglichen Praxis

Zwar ist die Höchstgeschwindigkeit bei HSPA+ der ersten Aufbaustufe auf 28,8 Mbit/s festgelegt, doch in der Praxis bauen die Netzbetreiber HSPA+ zunächst mit 21 Mbit/s und im zweiten Schritt mit 42 Mbit/s aus.

HSPA+ wurde zum ersten Mal im Dezember 2008 vom australischen Mobilfunkbetreiber Telstra mit den theoretischen Höchstgeschwindigkeiten 21 Mbit/s im Download und 5,8 Mbit/s im Upload angeboten. Im März 2009 startete die heutige A1 Telekom Austria – damals Mobilkom Austria – das erste kommerzielle HSPA+-Netz in Europa.

In Deutschland begann der Ausbau mit HSPA+ im internationalen Vergleich eher zögerlich. Im November 2009 eröffnete der Mobilfunkbetreiber Telefónica O2 ein Versuchsnetz in München. Ab Januar 2011 bietet die Deutsche Telekom in ihrem gesamten UMTS-Netz HSPA+ mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 21,6 Mbit/s an, im Februar wurde der Ausbau auf 42 Mbit/s angekündigt. Seit Dezember 2010 bietet Vodafone Deutschland einen HSPA+-Tarif mit 21,6 Mbit/s theoretischer Höchstgeschwindigkeit.

HSPA+ weltweit

Weltweit werden derzeit (Stand Juli 2011) 136 Mobilfunknetze in 69 Ländern mit HSPA+ betrieben. 89 HSPA+-Mobilfunknetze kommen auf 21 Mbit/s, 8 auf 28 Mbit/s und 39 auf 42 Mbit/s. In immerhin neun Mobilfunknetzen werden schon Maximal-Geschwindigkeiten von 11,5 Mbit/s beim Senden von eigenen Daten übers Internet (Upload) angeboten, so die Global Mobile Suppliers Association, ein weltweiter Interessensverband der Mobilfunk-Zulieferer-Industrie.