Mobilfunktelefonie

Unter Mobilfunktelefonie versteht man die Nutzung des Mobilfunks im Telefonmodus. Während bei anderen Formen des Mobilfunks abwechselnd empfangen und gesendet wird.

Betriebs-Sprechfunk und CB-Funk bilden geschlossene Systeme, bei denen nur zu diesem System gehörende Nutzer miteinander kommunizieren können. Bei der Mobilfunktelefonie dagegen ist der Anschluss an das nationale und internationale Telefonfestnetz und damit eine potenziell unbegrenzte Zahl von Telnehmern gegeben. .

Die Techniken

Technisch gesehen kann man zwei Arten der Mobilfunktelefonie unterscheiden. Landgestützte Mobilfunktelefonie und satellitengestützte Mobilfunktelefonie.

Bei der landgestützten Mobilfunktelefonie erfolgt die Verbindung über fest installierte Sende- und Empfangsstationen, welche in ihrer Gesamtheit ein Mobilfunknetz ergeben und in der Regel die ganze Fläche eines Landes abdecken. Diese Form der Mobilfunktelefonie ist heute mit Abstand führend und gehört in den entwickelten Industrienationen sowie den Schwellenländern zur alltäglichen und gebräuchlichen Einrichtung.

Daneben gibt es die satellitengestützte Mobilfunktelefonie. Dbaei laufen die Gespräche über weltweit aktive Mobilfunknetze, als Sende- und Empfangsstation dienen Satelliten. Im Vergleich zur landgestützten Mobilfunktelefonie ist diese Form sowohl bei der Anschaffung der nötigen Endgeräte als auch bei den Tarifen deutlich teurer. Sie wird in der Regel dann genutzt, wenn in einer Region wegen geringer Besiedelung kein landgestütztes System vorhanden ist oder wenn in Kriegs- oder Katastrophenfall das vorhandene landgestützte System weitgehend zerstört wurde.

Frühgeschichte der Mobilfunktelefonie

Als erstes Beispiel für Mobiltelefonie gilt der Telefondienst, den die Deutsche Reichsbahn ab 1926 auf der Strecke zwischen Berlin und Hamburg für Passagiere der 1. Klasse anbot. Als Antennen dienten Drähte auf den Waggondächern beziehungsweise die entlang der Eisenbahnstrecken laufenden Telegrafenleitungen.  Von eigenen Zugvermittlungsstellen wurden diese Gespräche dann per Hand mit dem Telefon-Festnetz verbunden.

Die ersten Autotelefone wurden in Deutschland 1958 eingeführt. Die Geräte kosteten etwa halb so viel wie ein handelsüblicher kleinerer Pkw und waren wegen der verwendeten Vakuumröhren sehr groß. Mit diesen Geräten begann dann zeitgleich der Aufbau des ersten Mobilfunknetzes, des so genannten A-Netzes durch die Bundespost. Innerhalb von zwölf Jahren deckte es achtzig Prozent der Fläche der damaligen Bundesrepublik ab. Es hatte in der Spitze bis zu elftausend Teilnehmer, die Gespräche wurden von 600 Postangestellten handvermittelt.

1972 wurde mit dem B-Netz die automatische Vermittlung eingeführt, dieses Netz hatte 27000 Kunden. In beiden Netzen musste der Anrufende wissen, wo sich der Mobilfunktelefonie-Teilnehmer aufhielt. 1986 löste das C-Netz die beiden ersten Netze ab. es konnte bis zu 400 000 Kunden gleichzeitig bedienen. Hier konnte man auch Teilnehmer anrufen, deren Aufenthaltsort nicht bekannt war, man musste also nicht mehr für jede Funkregion eine andere Vorwahl wählen sondern, sondern kam bundesweit über die Vorwahl 0161.ins Netz. Außerdem brach das Telefonat nicht mehr ab, wenn die Funkzone gewechselt wurde.

Frühgeschichte der Mobiltelefone

Auch Größe, Gewicht und Preis der zur Verfügung stehenden Mobiltelefone beeinträchtigten anfangs die Verbreitung dieser Art von technischer Kommunikation. Ein erstes Autotelefon, das B 52 der Firma TKD, das ab 1961 im deutschen A-Netz eingesetzt wurde, wog über 19 Kilo, die Maße lagen zusammengenommen etwa bei einem halben Meter in Länge, Höhe und Breite, einbaufertig kostete es 5300 Mark. Im A-und B-Netz waren daher wegen Gewicht und Größe nur Autotelefone im Einsatz. Ein erstes wirklich tragbares Gerät kam in Deutschland mit dem C-Netz, auch dieses hatte noch stolze Maße: Das Siemens C2-portable, ab 1988 im Handel, war 31,8  mal 26,8 mal  13,5 Zentimeter groß und rund sieben Kilo schwer – und .übertraf damit an Größe und Gewicht jeden heute handelsüblichen Laptop ganz locker. Dazu kam der stolze Preis von 7600 Mark – ohne Extras versteht sich.

Als erstes Handy gilt vielen das 1987 von Nokia eingeführte „Mobira Cityman“. Es sieht aus wie ein überdimensionaler Brikett und wiegt 800 Gramm – aber man kann damit wirklich mobil telefonieren- zum Anschaffungspreis von etwa 9000 Mark, also 4500 Euro. 1988 wird in Deutschland von der Bundespost das „Pocky“ eingeführt, das um die 8000 Mark (4000 Euro) kostet und von Größe, Form, Farbe und Gewicht gleichfalls einem etwas zu groß geratenen Brikett ähnelt. Doch es bringt neben wahrhaft mobilem Telefonieren auch Zubehör nach Deutschland, das auch heute in modernisierter Form als Standard gilt: Steckerladegerät, Tischlader und Reserveakku, Leder-Schutzhülle oder Autohalter.

Erst mit der ständigen Verkleinerung der nötigen Bauteile und der konsequenten Verbilligung der Geräte, die Mobiltelefone für (beinahe) jedermann erschwinglich machten, begann ab den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts die mobile Neuzeit.