Mobilfunk: Kommunikation per Funk

Mobilfunk bezeichnet jede Form von Verständigung per Funk unter Einsatz von mobilen Funkgeräten, seien dies Handys, Laptops oder spezielle Funksprechgeräte.

Dazu gehören der Betriebs-Sprechfunk (zum Beispiel bei.Taxi-Unternehmen), der Sprechfunk von Behörden und Organisationen (wie Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienste), der Seefunkdienst, der Flugfunkdienst zur Sicherung des Luftverkehrs, der Ortungs- und Navigationsfunk zur Schiffs- und Flugnavigation und der Amateurfunk wie beispielsweise der einige Zeit bei Lastwagenfahrern beliebte CB-Funk.

Welche Bereiche gehören zu Mobilfunk?

Heute wird mit Mobilfunk oft die Kommunikation per Mobiltelefon oder mobilem Rechner über ein landesweites Mobilfunknetz mit Anschluss ans jeweilige Festnetz oder ins Internet bezeichnet.

Diese Kommunikation umfasst Telefonieren einerseits und andererseits Datenübertragung wie beispielsweise das Senden und Empfangen von Emails, Kurznachrichten (SMS) multimedialen Nachrichten (MMS) oder Videoübertragungen.

Klassifikationen des Mobilfunks

Die Nutzung mobiler Funkgeräte lässt sich nach verschiedenen Kriterien klassifizieren. Da ist einerseits die Einteilung nach Senderichtungen Das Einwegesystem (Simplex) nutzt nur eine Senderichtung, Beispiele aus dem praktischen Leben sind Rundfunk, Fernsehen oder Pager. Halbduplex oder Semiduplex ist ein „Wechselbetrieb“. Dabei können Informationen in beide Richtungen fließen - aber nicht gleichzeitig, sondern nur abwechselnd, Beispiel dafür sind Polizeifunk oder Amateurfunk. Bei Vollduplex kann gleichzeitig gesendet und empfangen werden – Beispiel ist das Mobiltelefon, an dem man gleichzeitig reden und hören kann.

Man kann den Mobilfunk auch nach geschlossenen und offenen Systemen einteilen. Zu dem  nicht öffentlichen Mobilfunk gehören Flugfunk oder Polizeifunk, Rettungsfunk und Taxifunk. Zum öffentlichen Mobilfunk gehört beispielsweise der aus amerikanischen Trucker-Filmen bekannte CB-Funk oder das klassische Mobilfunktelefonieren in öffentlich zugänglichen Mobilfunknetzen.

Landgestützt oder per Satellit

Heute läuft Mobilfunk in der Regel über landgestützte Mobilfunksysteme wie beispielsweise die Mobilfunknetze, diese nutzen fest installierte Sende- und Empfangsstationen zum Senden, Empfangen der jeweiligen Funksignale. Eine zweite Möglichkeit des Mobilfunks läuft über Satelliten, die Signale empfangen und weiterleiten. Diese Art des Mobilfunks wie beispielsweise das Satellitentelefon ist heute im zivilen Bereich weitgehend ungebräuchlich und wird nur in Ausnahmefällen genutzt, beispielsweise wenn im Kriegs- oder Katastrophenfall die erdgestützten Mobilfunkanlagen weitgehend zerstört wurden oder wenn in dem betreffenden Gebiet keine erdgestützten Mobilfunkanlagen existieren.

Kleine Ur- und Frühgeschichte des Mobilfunks

Seit 1891 wurden mobile Morsetelegrafen in der Meeresschifffahrt zur Verständigung per Funk eingesetzt. 1899 wurde der erste See-Notruf per Mobilfunk von dem Schiff R.F. Matthews abgesetzt. 1910 zogen der US-amerikanische Luftfahrtpionier Frederick Walker („Casey“) Baldwin und sein kanadischer Kollege John Alexander Douglas McCurdy zum ersten mal eine Antenne an einem Doppeldecker durch die Luft, um die Möglichkeit des Mobilfunks in Flugzeugen zu demonstrieren, es ist der erste mobile Funknachricht von einem Flugzeug aus. 1921 wurden in Fahrzeugen der Detroiter Polizei  erstmals Funkgeräte bei Not- und Rettungsdiensten eingesetzt.

In Deutschland wurde im Jahr 1926 zum ersten Mal Mobilfunk zum Telefonieren als öffentlich zugängliches Kommunikationsmittel von der Reichsbahn angeboten. Reisende in der Ersten Klasse auf der Strecke Berlin-Hamburg konnten einen Zugtelefondienst per Funk nutzen. Als Antennen dienten Drähte auf den Waggondächern beziehungsweise die entlang der Eisenbahnstrecken laufenden Telegrafenleitungen.