UMTS: Mobilfunkstandard der dritten Generation

LTE ist derzeit in aller Munde; auch die Netzbetreiber konzentrieren sich beim Ausbau ihrer Netze auf die neue Funktechnik. Dennoch wird die Vorgänger-Technik UMTS auch in den nächsten Jahren ihren berechtigten Platz im Mobilfunk behalten.

So nutzten laut Bitkom Ende 2011 rund 29 Millionen Menschen den 3G-Standard – so viele wie nie zuvor.

UMTS boomt mit Verzögerung

UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System und beschreibt eine Mobilfunktechnik der dritten Generation (3G). Im Jahr 2000 wurden die Mobilfunkfrequenzen für UMTS versteigert. Rund 50,8 Milliarden Euro zahlten die Netzbetreiber dafür an den Bund.

Doch der erhoffte Boom blieb vorerst aus: 2005 waren lediglich 2,4 Millionen Deutsche im UMTS-Netz unterwegs. Erst mit dem fortschreitenden Ausbau der Netze, dem Aufkommen multimedialer Handys und Smartphones sowie den günstiger werdenden Tarifen erlangte der 3G-Standard seinen Durchbruch. Ende 2011 nutzten fast 29 Millionen Menschen UMTS zum mobilen Surfen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg von 35 Prozent und somit das bislang stärkste Wachstum seit der UMTS-Einführung. Dies teilte der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) mit und bezog sich dabei auf Daten der Bundesnetzagentur.

Surfen mit DSL-Geschwindigkeit

UMTS ermöglicht Geschwindigkeiten von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) beziehungsweise bis zu 7,2 Mbit/s im Download. Mit den UMTS-Erweiterungen HSPA und HSPA+ sind sogar bis zu 14,4 Mbit/s und 42,2 Mbit/s möglich.

Damit surfen mobile Internet-Nutzer via UMTS auf DSL-Niveau – dies gilt vor allem für Ballungszentren. Die Antwortzeiten – auch Ping-Zeiten genannt – im UMTS-Netz können jedoch mit denen stationärer Kabel- und DSL-Anschlüsse noch nicht ganz mithalten.

In Ballungszentren nahezu flächendeckend ausgebaut

Die Telekom Deutschland, Vodafone und Telefónica Germany (o2) bieten in ihren UMTS-Netzen durchweg Downloadraten bis zu 7,2 Mbit/s an. Mit HSPA+ sind beispielsweise bei der Telekom sogar bis zu 42,2 Mbit/s möglich. Die drei Netzbetreiber haben zudem die HSUPA-Technologie ausgebaut, die im Upload höhere Geschwindigkeiten realisiert.

UMTS und die Erweiterungen HSPA und HSPA+ sind vor allem in Städten und Ballungsgebieten ausgebaut. In ländlichen Regionen steht der 3G-Standard nicht flächendeckend zur Verfügung. Dies wird sich wahrscheinlich auch nicht so schnell ändern. Der Grund: Die deutschen Netzbetreiber sind gerade dabei, die ländlichen Gegenden mit dem 4G-Standard LTE zu versorgen.   

Autor: ES