Die UMTS-Frequenzen

Der UMTS-Mobilfunk sendet auf bestimmten, genau festgelegten Frequenzen. Was bedeutet das?

Wer funkt, sendet ein elektromagnetisches Signal durch die Luft. Dieses Signal ist nicht sichtbar, aber es hat physikalisch die Form einer Welle. Sie können sich die Funksignale also bildlich vorstellen wie eine Folge von Wasserwellen. Bei dieser Wasserwelle können Sie den Abstand von einer Wellenspitze zu nächsten Wellenspitze messen – genauso wie bei einer Funkwelle.

Bei Funkwellen nun können diese Abstände zwischen zwei aufeinander folgenden Wellenbergen mehrere Kilometer oder Bruchteile von Millimetern betragen – das entspricht dann Frequenzen von mehreren Kilohertz bis zu 3000 Gigahertz. Je kürzer die Funkwelle – also der Abstand zwischen den zwei Wellenbergen – desto höher ist die Frequenz.

Die meisten Funkgeräte sind auf eine oder mehrere genau bestimmte Frequenzen ausgerichtet – sie empfangen also nur Funksignale von einer genau festgelegten Wellenlänge. Alle anderen empfangen sie nicht.

Damit nun Ordnung im Funkverkehr herrscht, wird bestimmten Funktionen jeweils ein Frequenzbereich – oder eine Wellenlänge – zugewiesen. Das verhindert, dass die Funkwellen unterschiedlicher Geräte sich gegenseitig stören. International legt eine UNO-Organisation diese Frequenzverteilung fest, das ist die Internationale Fernmeldeunion. National ist in Deutschland dafür die Bundesnetzagentur zuständig.

Wo überall gefunkt wird

Diese Festschreibung ist dringend notwendig, denn gefunkt wird so viel, dass wir es gar nicht mehr richtig wahrnehmen. Natürlich wissen wir, dass die Luftfahrt funkt, dass die Polizei funkt und das Rote Kreuz und die Feuerwehr. Aber gefunkt wird auch in anderen Bereichen: Die sogenannten Babyphones, die wir neben das Bett von Kleinkindern stellen damit wir im Wohnzimmer hören, ob es Ihnen gut geht, funken beispielsweise auf 27 Megahertz. Die Funketiketten in der Kleidung, die zur Diebstahlsicherung eingesetzt werden, funken auf 13,56 Megahertz. Die Schlüssel, mit denen wir unser Auto aus der Ferne auf- oder zuschließen, funken auf 433 Megahertz. Wie man  sieht, ist eine Zuordnung der Frequenzen notwendig – sonst würden der Autoschlüssel und das Babyphone unserem Handy buchstäblich dazwischenfunken.

Die Funkfrequenzen für die Handys und Laptops

Jedes Gerät, mit dem ich das UMTS-Mobilfunknetz nutze, ist zugleich eine kleine Funkstation, es kann senden und empfangen.  Wenn ich zum Beispiel eine Telefonnummer eingebe, sende ich diese per Funk ans Mobilfunknetz, wenn im Hörer dann das Anrufzeichen tutet, empfange ich ein Funk-Signal. Die Frequenzen für dieses Senden und Empfangen sind genau festgelegt. Leider sind Sie weltweit nicht einheitlich.

In Deutschland werden folgende Frequenzbereiche von den UMTS-Mobilfunknetzen genutzt:

Der Frequenzbereich von 2110 bis 2170 Megahertz wird bei UMTS zum Empfangen von Daten (Download) genutzt – aus Sicht des Kunden. In diesem Frequenzbereich empfängt also ihr Handy oder Surfstick Daten per Funk. Dieser Bereich ist seinerseits noch einmal in acht Blöcke oder Frequenzbänder  aufgeteilt. Diese acht Blöcke sind den vier Mobilfunkbetreibern zugeordnet. Das heißt also, die UMTS-Netzbetreiber können generell in diesem Bereich senden. Vodafone speziell kann aber nicht den ganzen Bereich nutzen, sondern nur die zwei Bereiche: Von 2110,3 bis 2120,2 Megahertz und von 2120,2 bis 2125,15 Megahertz.

Genauso ist es bei den Frequenzen zum Senden (Upload): Hier wird der Bereich von 1920 bis 1980 Megahertz genutzt. Und auch dieser Bereich ist noch einmal in acht Frequenzbänder gestückelt, die den vier Mobilfunkbetreibern – also Deutsche Telekom,  E-Plus, Telefónica O2 und Vodafone – zugeteilt sind.

Bei den GSM-Netzen wird der Frequenzbereich von 890 bis 915 Megahertz für den Funkverkehr vom Handy zum Sender (Upload) und 935 bis 960 Megahertz für den Verkehr von Sendeantenne zum Handy (Dowload). Dazu kommt der Bereich von 1710 bis 1785 Megahertz vom Handy zur Antenne und 1805 bis 1880 vom Sendemast zum Handy.

So herrscht im Funkraum strenge Ordnung – und deshalb funktioniert Ihr Handy, ohne dass Ihnen jemand dazwischenfunkt.