06.06.2012

Telekom vor schwierigem Geschäftsjahr

Die Deutsche Telekom steht vor einer Reihe von unerledigten Problemen. Dies wurde auf der Hauptversammlung mit 5.000 Anteilseignern in Köln offenbar.

Das US-Geschäft bleibt ein Klotz am Bein

Die Telekom wollte eigentlich das US-Geschäft abstoßen und an den US-amerikanischen Konzern AT&T abtreten. Doch aufgrund des Widerstands der US-Regulierungsbehörden scheiterte dieser Deal. Die erhofften 39 Milliarden Dollar sind nicht verdient und die Telekom muss sich immer noch mit dem unrentablen und bisher unverkäuflichen US-Geschäft herumschlagen. Statt eines Komplettverkaufs schwebt dem Konzern nun ein teilweiser Verkauf vor, etwa der 7.200 Antennenstandorte in den USA.

Vodafone hängt die Telekom ab

Aber auch in Deutschland gibt es Probleme: Beim Mobilfunk wurde die Telekom vom Konkurrenten Vodafone abgehängt. Nach den Mobilfunkkunden muss sich die Telekom im vergangenen Quartal auch noch in Sachen Mobilfunkumsatz geschlagen geben und rangiert auf Platz zwei. Die Telekom kann den Boom im mobilen Internet schlicht nicht entsprechend kapitalisieren: Die Gewinne bleiben bei Konzernen wie Apple oder Google hängen, während die Telekom Milliarden in den Netzausbau steckt.

Die Ausstrahlungsrechte für die Bundesliga sind der Telekom bei der letzten Versteigerung abhandengekommen. Damit geht der eigentlich wachsenden Sparte Entertain ein wichtiges Zugpferd verloren.

Auch das Festnetz-Geschäft schwächelt. Hier liegt immer noch der größte Teil der Umsätze, doch diese schrumpfen zusehends. Die Gewinnmarge ist im Moment nur durch milliardenschwere Einsparungen zu halten, da der Preisdruck eine Steigerung auf der Habenseite der Bilanz im Moment ausschließt. All das und das risikobehaftete Geschäft in Südosteuropa verhindern den Sprung der T-Aktie über die Neun-Euro-Marke. Doch steht laut Obermann die deutsche Telekom an der Börse immer noch besser da als das Papier der France Telecom und Telefónica.

Autor: JG